WACKERBAU GmbH & Co. KG
Waltersweierweg 5a-c
77652 Offenburg
Der demografische Wandel ist Realität: Die Bevölkerung altert, die Nachfrage nach seniorengerechtem Wohnraum und Pflege wächst. Auch Offenburg steht vor der Aufgabe, zukunftsfähige Angebote zu schaffen. Hans-Peter Kopp, Bürgermeister für Finanzen, Kultur, Familie, Soziales und Bürgerservice, spricht über die Lage und über den Neubau des Konradhauses, an dem WACKER beteiligt ist.
Herr Kopp, wie schätzen Sie die derzeitige Situation im Bereich Seniorenwohnen in Deutschland ein – insbesondere in Baden-Württemberg?
Die Zahl älterer Menschen wird in den kommenden Jahren deutlich steigen – bundesweit und auch in Baden-Württemberg. Viele Menschen bleiben erfreulicherweise länger gesund, Pflegebedürftigkeit tritt später ein. Rund 84 Prozent der Pflege findet noch im häuslichen Umfeld statt. Dennoch müssen wir uns auf einen wachsenden Bedarf einstellen.
Hans-Peter Kopp
Welche Wohnformen halten Sie künftig für besonders wichtig?
Wir benötigen eine Vielfalt an Wohn- und Versorgungsformen, die sich flexibel an Lebenssituationen anpassen. Das klassische Pflegeheim ist nur eine Option – und wegen des Fachkräftemangels künftig schwerer zu betreiben. Deshalb setzen wir verstärkt auf gemeinschaftlich orientierte Wohnformen, in denen auch Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftliches Engagement eine Rolle spielen.
Wie ist die aktuelle Lage beim altersgerechten Wohnen in Offenburg?
Offenburg ist grundsätzlich gut aufgestellt. Wir haben ambulante Wohngruppen, betreutes Wohnen, Service-Wohnen und mehrere Pflegeheime. Unsere Broschüre „Älterwerden in Offenburg“ bündelt die Angebote. Aber die Nachfrage wird weiter steigen – und damit auch der Handlungsbedarf.
Gibt es denn laut aktueller Planung genügend Angebote für ältere Menschen in Offenburg?
Laut der letzten Kreispflegeplanung fehlen bis 2030 in Offenburg rund 70 bis 100 stationäre Pflegeplätze. Wir glauben aber nicht, dass wir dies allein durch neue Heime decken können. Deshalb haben wir in einem Beteiligungsprozess neue Versorgungsmodelle entwickelt.
Wo sehen Sie derzeit den größten Handlungsbedarf in Offenburg?
Natürlich ist der Ausbau von Pflegeplätzen wichtig. Aber genauso entscheidend ist es, Alternativen zu schaffen, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer Wohnung bleiben können. Unser Seniorenbüro berät zur barrierearmen Wohnraumanpassung. Zudem bieten wir ein neues Pilotprojekt mit erlebnisorientierten Tagesangeboten an. Gleichzeitig wollen wir die Versorgung wohnortnah in den Stadtteilen verankern, denn die meisten Menschen möchten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.
Ein Beispiel für ein neues Projekt ist das Konradhaus. Welche Rolle spielt dieser Neubau für Offenburg?
Das Konradhaus entsteht aktuell als moderner Pflegeheimplatz in der Oststadt und wird vom Vinzentiushaus betrieben. Es soll Anfang 2027 eröffnet werden und mit rund 60 Plätzen das Angebot neu ausrichten. Allerdings ersetzt es das alte Vinzentiushaus mit etwa 90 Plätzen, das nicht mehr den Vorgaben entspricht. Das ist eine bedenkliche Entwicklung, da die Einrichtung erst vor knapp 30 Jahren gebaut wurde.
Was kann die Stadt tun, um weitere bedarfsgerechte Einrichtungen in den Stadtteilen zu fördern?
Direkten Einfluss auf die Trägerschaften haben wir nicht. Aber wir können durch sozial- und raumplanerische Maßnahmen Flächen bereitstellen und gute Rahmenbedingungen schaffen. Unser Ziel ist es, bedarfsgerechte und wohnortnahe Strukturen zu unterstützen – auch über klassische Pflegeheime hinaus. Es geht darum, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen.
Wir freuen uns, dass das Vinzentiushaus die Firma Wacker, ein etabliertes Offenburger Traditionsunternehmen, mit dem Bau beauftragt hat. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für soziale Verantwortung und nachhaltiges Engagement in der Region.